Ob ich Brisbane jemals wiedersehe?

Wahrscheinlich nicht, wie so viele Orte die ich gesehen habe und nicht wiedersehen werde! Gegen 13 Uhr fuhren wir aus der Mündung des Brisbane River und nahmen den Kurs zu den Schiffswracks in Tangalooma auf. Nach 3 Stunden gemütlichen motorens, wollte ich den Anker in der Nähe der Schiffswracks fallen lassen, doch etwa 30 Meter neben mir ankerte ein australischer Monohull dessen Besitzer mit Pipi in den Augen meinte, dass ich viel zu nah an seinem Boot ankere, was natürlich nicht stimmte weil ich nach meiner Berechnung einen 50 Meter Abstand von ihm und einem hinter mir liegendem Katamaran gehabt hätte. Wegen diesem Idioten hatte ich den Anker dann viel später in den Sand fallen lassen und war jetzt relativ nah an den Katamaran heran gerückt, dessen Besitzer zum Glück viel gelassener war und erkannte, dass wir zwar nah aber nicht gefährlich nah in seiner Nähe ankerten. Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang kochte uns Chris ein leckeres Abendmahl und nach dem Essen schauten wir uns die Wettervorhersagen an um zu sehen ob wir die kommende Nacht und die nächsten Tage hier sicher vor Anker liegen können. Die bevorstehende Nacht war in dieser Bucht kein Problem, doch am nächsten Tag sollte der Nordwind so auffrischen, dass wir hier nicht mehr einen bequememn Ankerplatz haben würden. Deshalb traf ich für den nächsten Tag die Entscheidung zu einem Ankerplatz zu fahren, wo wir vor dem nördlichen Starkwind besser geschützt liegen würden. Am nächsten Morgen ging es mit dem Tender zu den beliebten Schiffswracks vor Tangalooma, die Wracks sind ausgediente Schiffe die zwischen 1963 und 1984 hier extra versenkt wurden, um als künstlicher Wellenbrecher für kleine Boote zu dienen. Heutzutage sind diese Wracks ein beliebtes Ziel für Touris zum Schnorcheln, Tauchen und Angeln. Nach der Erkundung der Tangalooma Wracks, nahm Chris die Gelegenheit wahr mit seinem Wetsuite, so gut es ging, das Unterwasserschiff der Que Mas zu reinigen, nach einer Stunde Muscheln abkratzen kam der dünne Hering wieder zitternd an die Oberfläche und musste erstmal auf Körpertemperatur zurück gebracht werden. Kurz nach dieser Aktion nahmen wir gegen 13:30 Uhr den Anker hoch um auf den geschützteren Ankerplatz bei Bribie Island zu fahren. Nach einer Motorfahrt von dreieinhalb Stunden und ziemlich genauer Navigiererei durch das flache Gewässer setzten wir unser Eisen gegen 17 Uhr nahe dem Bongaree Jetty zwischen zwei kleinen Segelyachten in den Grund. Da der Wind in den folgenden Tagen mich nicht vom Hocker riss, erkundeten wir hier auf Bribie Island bis einschließlich Mittwoch die Gegend. Montag und Dienstag schauten wir uns ein wenig in Bongaree um und am Mittwoch fuhren wir mit dem Bus auf die andere Seite der Insel und spazierten den Strandabschnitt des Küstenortes Woorim, der ein beliebter Surfstrand und speziell bei Familien beliebt ist, weil er an Wochenenden und in den Schulferien vom Bribie Island Surf Life Saving Club bewacht wird. Chris und mir war aufgefallen, dass uns hier sehr viele ältere Menschen begegneten, nach einer Recherche im Internet stellten ich fest, dass Bribie Island der beliebteste Ort für Ruheständler in ganz Queensland ist, allein in Bongaree liegt das Durchschnittsalter mit 67 Jahren weit über dem australischen Landesdurchschnitt. Wir hatten uns schon gewundert warum wir hier laufend die Sirenen von Rettungswagen gehört haben. Okay, ich muss mich stickum halten, denn mit meinen 71 Lenzen ziehe ich den Schnitt von 67 Jahren ganz schön nach oben 🤪!

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